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Tietoevry Insight: Werfen wir doch den UX Design-Blick auf SAP

SAP Fiori ist sehr anpassungsfähig. Bei der SAP S/4HANA Umstellung lohnt es sich frühzeitig auf die User Experience zu achten. 

Thomas Schenk / April 06, 2021
SAP Fiori Solutions bei Tietoevry

Bei der digitalen Transformation geht es vor allem um eines: Eine großartige User Experience. Um genau die soll es auch im SAP-Bereich gehen.

So lohnt sich eine Investition in UX noch vor der Phase der Implementierung. “Über Usability Thinking wird gerne viel geredet und dennoch oftmals vergessen”, so Thomas Schenk von Tietoevry Austria. So betitelt - der Head of SAP Services - UX Design als zentralen Erfolgsfaktor bei der SAP-Umstellung auf S/4HANA.

 

Dabei ist eine großartige UX für alle Benutzer:innen maßgeblich

Bestimmte Grundprinzipien des nutzerorientierten Design-Denkens reichen mehrere Jahrzehnte zurück. Der Begriff Human-Computer Interaction (HCI) wurde in den frühen 80er Jahren populär, und Jakob Nielsen schrieb in den 90er Jahren seine berühmten 10 Prinzipien der Usability-Prüfung. Es ist interessant, wie gut diese Begriffe zum heutigen Design Thinking passen. Wenn wir uns SAP Fiori genauer ansehen, können wir die meisten dieser Prinzipien in Anwendung sehen.

 

Warum sich Unternehmen für eine gute UX entscheiden sollen

Trotz jahrzehntelanger Usability-Theorien ist eine Investition in UX eine besonders gut investierte Ressource. Was dabei besonders interessant ist? Bei Unternehmen, die SAP S/4HANA implementieren, gibt es oft zwei typische Kategorien: Einige ignorieren UX-Design von Beginn des Projekts an, was in Summe zu schlechten Ad-hoc-Designs führt. Andere sind übereifrig und bestehen darauf, gemeinsam mit den Super-Usern zu designen. Die Wahrheit liegt bekanntlich in der Mitte. So werden Lösungen leichter angenommen, wenn sie eine gute User Experience für alle Benutzergruppen bieten.

 

Superuser machen keine Super-UX-Designer

Designer teilen Benutzer typischerweise in drei verschiedene Gruppen ein: Anfänger, Fortgeschrittene und Experten. Mit seiner Graphical User Interface (GUI) ist SAP ERP traditionell auf Experten Anwender:innen ausgerichtet. Da jede Transaktion Aufgaben für eine Vielzahl von Rollen und Schritten enthält, kann dies die Benutzeroberfläche schnell komplex machen. Schulungen, Wiederholungen als auch die Behandlung von Benutzerfehlern hat dies zur Folge. Unser Tipp daher: Superuser erst nach der Designphase eines Projekts einbeziehen. Denn sie sind es die über die notwendigen semantischen und syntaktischen Fähigkeiten verfügen, um komplexe Systeme zu bedienen. Kurze Eingaben, klare Botschaften des Systems und eine begrenzte Anzahl von Auswahlmöglichkeiten kommen allen zugute, auch den unerfahrenen Usern. Hier bietet SAP Fiori entsprechend Vorteile.

Eine traditionelle GUI-Transaktion mit vielen Schaltflächen und kleinen Symbolen kann für einen neue/n BenutzerIn eine Herausforderung sein. Hingegen SAP Fiori verfolgt mit seiner 1-1-3-Denkweise einen "weniger ist mehr"-Ansatz. Darin ist jeder Bildschirm für eine Benutzerrolle, eine einzige Aufgabe und maximal drei Navigationsebenen zur Durchführung der Aufgabe konzipiert. Dem Benutzer / der Benutzerin werden nur die relevanten Informationen angezeigt, die er benötigt. Das reduziert die Gedächtnisbelastung und bietet eine ansprechendere und leichter zu adaptierende Darstellung.

 

Achja, das wäre noch etwas abzuändern

SAP-Lösungen sind modifizierbar und konfigurierbar. Mit Fiori wurde dies sogar nochmals verfeinert. Sie können es mit so gut wie jedem Gerät verwenden, beliebige Integrationen von Drittanbietern nutzen und jedes beliebige Modul oder Geschäftsfeld verwenden. Ab Fiori 3.0 auf S/4HANA wird der Benutzer mit maschinellem Lernen, KI und proaktivem Umgang mit Geschäftssituationen vertraut gemacht.

 

Gute UX bringt gute User-Zufriedenheit

Wenn es um die Implementierung eines neuen Systems geht, sollen die tatsächlichen Vorteile und Einsparungen auch auf dem Papier gesehen werden. SAP Fiori bietet verschiedene menschliche und monetäre Vorteile, darunter eine Steigerung der Produktivität (weniger Herumklicken und weniger Fehler) und der Datenqualität. Das einfache Design spart Schulungskosten, vermindert Benutzerfehler und reduziert sogar Änderungswünsche. Außerdem sorgt es für Benutzerzufriedenheit, Kundentreue und eine starke Beziehung zwischen IT und dem Unternehmen/Management.

Fragt man User nach ihrer Meinung, geben sie oft an, dass die alte Art, Dinge zu tun, alles ist, was sie an UX brauchen. Das ist kaum überraschend! Neue Wege zu beschreiten, bedeutet das Verlassen der eigenen Komfortzone. Um also auch für unerfahrene Benutzer attraktiv zu sein, sollte die Anwendung ansprechend, einfach, kohärent, adaptiv und rollenbasiert sein.

Wenn Sie zu Beginn eines Projekts in diese Dinge investieren, werden Sie auf lange Sicht Ressourcen sparen. Aufgaben werden schneller ausgeführt, es gibt weniger Fehler, und große Änderungswünsche werden nicht nötig sein. Es gibt großartige Möglichkeiten, um reibungslose Benutzererfahrungen in SAP zu liefern. Ich empfehle jedem, der eine SAP S/4HANA-Transformation plant, etwas mehr Zeit zu investieren, um eine Lösung zu schaffen, die den Bedürfnissen aller Endanwender entspricht. Die Designphase des Projekts ist - aus meiner Expertensicht - der richtige Zeitpunkt.

Bereit für eine gute User Experience im Einsatz mit SAP? Wir sind es und wir freuen uns auf das Gespräch mit Ihnen. Mehr entdecken unter https://www.tietoevry.com/at/services/applications/sap-services/

Thomas Schenk
Head of SAP Services

With more than 20 years of SAP consulting experience Thomas is currently heading the SAP Business at Tieto in Austria. He focuses on guiding customers to become digital enterprises. His role includes the understanding of customer needs and the mapping to the right SAP strategy.

Author

Thomas Schenk

Head of SAP Services

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